Drei ig Jahre nach dem ersten französichen Gay-Pride-Marsch sind 500 000 Menschen am 30. Juni zu einer neuen Schwulenparade erwartet. Und die Parade ist wie immer vielversprechend : da wird gefeiert und gefordert. Mithilfe von ausschliesslich Freiwilligen, ohne Zuschüsse, ohne Sponsoren wird dieser Marsch die erste grosse Massendemonstration der neuen Legislaturperiode. Sein Motto wurde vom Inter-LGBT-Verband gewählt, zu welchem Vereine von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen gehören. Dieser Motto hei?t: « Gleichstellung, und keine Kompromisse ! » Eine solche Parole ist nötig, denn die neue Mehrheit im Parlament lehnt immer noch ab, dass alle Paare heiraten und Kinder adoptieren dürfen. Diese letzte Ansicht vertritt nämlich Präsident Sarkozy, der dieses Thema mit den Verbänden noch nie besprochen hat. So lautet nun die erste Botschaft der Parade an Präsident Nicolas Sarkozy : der Staatsoberhaupt muss die Diskussion nun mal einleiten, wie er schliesslich angenommen hat, den Pacs - die französcische Eingetragene Lebenspartnerschaft - zu verbessern.

Zweites Ziel der Parade ist, trotz der Uneinstimmigkeiten, die Rechte der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuelle schnell voranzubringen. Den Pacs verbessern, den Status des Stiefvaters oder der Stiefmutter anerkennen, die Diskriminierung in der Schule bekämpfen, die Lage der Transsexuellen verbessern, die Verfolgung der Schwulen auf der ganzen Welt bekämpfen : der bisherige Wortwechsel zwischen der Inter-LGBT und der Exekutive lässt nun hoffen, dass der Gedankenaustausch Ergebnisse mit sich bringen wird - die Inter-LGBT wurde im Einwanderungsministerium, im Hotel Matignon, im Elysee-Palast, im Bildungsministerium und dann im Justizministerium empfangen. Also gehört auch zu den Zielen des Marsches, konkrete Vorteile für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuellen in den allernächsten Wochen zu erobern.

Letzendlich werden alle Teilnehmer dazu aufgefordert, durch eine Schweigepause von drei Mintuten ihre Solidarität mit denjenigen, die an der HIV leiden, zum Ausdruck zu bringen, und die sollen gleichzeitig über ihr persönliches Verhältnis zum Vorbeugung nachdenken. Dass immer mehr Leute beim Geschlechtsverkehr Risiken eingehen, wie die INVS es neulich bestätigt hat, kann niemanden gleichgültig lassen. Es ist mehr als je notwendig, dass alle sich wieder individuell und kollektiv einsetzen.

Am Samstag, dem 30. Juni, wird also die Schwulenparade noch einmal ein gro'es Fest sein, unter dem Zeichen der Forderung, der Solidarität und der Verantwortung. Noch einmal wird ein Wert von allen geteilt, und zwar die Gleichheit.

Übersetzt von M. Magniez

(Übersetzung aus : http://www.prochoix.org/cgi/blog/index.php/2007/06/29/1674-egalite-ne-transigeons-pas-lgbt, Juni 2007)